für die schönste Jahreszeit in ihrem Leben…
Random header image... Refresh for more!

München geführt – die Altstadt besser kennenlernen

Marienplatz in MünchenWahrscheinlich geht es uns allen so, dass wir das, was uns täglich umgibt, der Ort, an dem wir leben, die Landschaft drumherum oder seine Sehenswürdigkeiten gar nicht so richtig kennen. Man sieht es ja täglich ….

So entschloss ich mich, da auch über Groupon ein Angebot ins Haus flatterte, solch eine Tour mitzumachen. Schließlich lernt man dann gleich etwas über die Geschichte Münchens kennen. Ich nahm meinen neuen Fotoapparat mit, leider war aber das Licht nicht optimal, da es sehr bedeckt und grau war.

Treffpunkt war 10.45 Uhr vor der Touristen-Info im Rathaus am Marienplatz. Der Stadtführer Martin Schega ist ein echter Münchner (schon fast eine Seltenheit) und hatte auch die typisch bayerische Mentalität, mit „Bierruhe“ durch die Massen der Urlauber zu steuern und mit Augenzwinkern so manche Geschichten zu erzählen …

Das Neue Rathaus in München und die Mariensäule

Schon zu Beginn erfuhren wir, dass München immer ein Anziehungspunkt war. Allein zwischen 1830 und 1890 sprang die Einwohnerzahl von ca. 70.000 auf ca. 350.000. So wurde auch das Alte Rathaus endgültig zu klein und ein neues musste her.

Rathaus-Muenchen-Teilansicht

© 2015 B. Fischer-Stracke / Rathaus-Muenchen-Teilansicht

Der Entwurf des Architekten Georg von Hauberrisser wurde mit einer Stimme Mehrheit ausgewählt. Er nahm sich vor allem das Brüsseler Rathaus zum Vorbild, aber nahm auch Anleihen beim Neuen Rathaus in Wien. So wurde das Neue Rathaus in München im neogotischen Stil fast eine exakte Kopie des Brüsseler Rathauses mit einigen kleineren Änderungen.

1905 war es dann fertiggestellt und wartet mit einer stattlichen Breite von knapp 100 Metern auf. Sein Turm ist 85 m hoch und Besucher können mit dem Lift hinauffahren. Allerdings erzählte unser Führer, dass man vom Alten Peter mit seinen 91 m noch eine bessere Sicht hat, weil die Aussichtsplattform 8 m höher ist. Nur gibt’s dort keinen Lift, man muss die mehr als 300 Stufen zu Fuß hoch.

Mariensäule in München

© 2015 B. Fischer-Stracke / Mariensäule in München

1638 ließ Maximilian I. aus einem Gelübde heraus die Mariensäule errichten, nach der auch der Marienplatz benannt wurde. Sie sieht von unten so klein aus, aber die vergoldete Bronzefigur ist tatsächlich 2 m hoch. Sie wurde Vorbild für viele nachfolgende Marienstatuen in Deutschland und Süd- und Osteuropa.

Der alte Peter und die Heilig-Geist-Kirche

Nun zogen wir weiter zum „Alten Peter“, wie die Peterskirche im Volksmund genannt wird. Sie ist die älteste Kirche Münchens und weist die ältesten Glocken und Uhren der Stadt auf.

„Das Läuten des Alten Peters gehört zu München wie die Isar, denn ihr Klang war schon über den Dächern Münchens zu hören, als die Straßen noch aus Lehm und die Häuser aus Holz waren. Acht Glocken hängen im Kirchturm. Vier davon sind historische Glocken, die zwischen den Jahren 1327 und 1720 gegossen wurden. Nur sieben Glocken sind heute läutbar. Die kleinste und älteste Glocke des Alten Peters, die Arme-Sünder-Glocke, hängt hinter einem vergitterten Fenster im Untergeschoss des Turms – in alten Zeiten ertönte sie bei Hinrichtungen auf dem Marienplatz.“ (Quelle: münchen.de)

Die St. Peterskirche wurde einige Male zerstört, aber immer wieder neu aufgebaut. Heute, nach ihrer letzten Zerstörung im 2. Weltkrieg steht sie barock ausgestattet, stolz und wunderschön da.

Nicht weit davon, nur einen Sprung rüber auf die Seite des Viktualienmarktes steht die Heilig-Geist-Kirche, eine einstige Spital-Kirche. Das Spital stand da, wo heute der Viktualienmarkt ist. Auch diese Kirche wurde im 2. Weltkrieg massiv zerstört und wird immer noch aufgebaut.

Vom Glockenspiel im Rathausturm zur Frauenkirche, dem Dom von München

Schäfflertanz beim Glockenspiel des Rathausturms München

© 2015 B. Fischer-Stracke / Schäfflertanz beim Glockenspiel des Rathausturms München

Nun wurde es Zeit, sich das Glockenspiel im Turm des Neuen Rathauses anzuschauen. Interessant war eigentlich nicht der Tanz als solches, denn den kennt man nun schon zur Genüge, wenn man in München wohnt. Herr Schega erzählte, welche Geschichte hinter den Figuren, die sich zum Glockenspiel drehen, steht. Dass es sich hier um die Hochzeit von Herzog Wilhelm V. mit Renate von Lothringen dreht und dem zuvor stattfindenden Kampf und Sieg des bayerischen Ritters gegen und über seinen lothringischen Gegner.

Darunter drehen sich dann anschließend die Schäffler. Sie sind Bierfassmacher oder auch Böttcher.

Die nächste Station der Führung war die Frauenkirche. Sie sollte die größte Kirche in Bayern werden, was auch gelang. Leider gingen im Krieg alle Bilder und Fotografien, alle Unterlagen für die Innenausstattung der Kirche in Flammen auf. Es konnte nichts gerettet werden. Auch das Chorgestühl verbrannte, zumindest die Figuren konnten durch Auslagerung gerettet werden. So ist der Dom zu Unserer Lieben Frau zwar der größte nach wie vor in Bayern, aber leider nicht der schönste.

Vom Hofgarten in München zum Platzl und dem Hofbräuhaus

Fünf-Höfe in der Theatinerstraße München

© 2015 B. Fischer-Stracke / Fünf-Höfe in der Theatinerstraße München

Anschließend ging es zur Rückseite des Rathauses, dann durch die Fünf Höfe, die nun das moderne München repräsentieren mit viel Glas und Glitzer. Weiter vorbei am wunderschönen und reich verzierten Preysing Palais (dessen Besitzer zu den wohlhabendsten Familien im bayerischen Land zählen) zum Odeonsplatz und zur Theatinerkirche.

Letztere wurde am 11. Juli 1675 eingeweiht und war auf Wunsch von Henriette Adelheid von Savoyen, der Gemahlin von Kurfürst Ferdinand Maria, erbaut. Grund war ihr Gelübde für einen Erbprinzen. Es sollte „die schönste und wertvollste“ Kirche werden. Vorbild dafür war die in Rom stehende Mutterkirche der Theatiner Sant’Andrea della Valle. Ob das Gelübde allerdings nicht nur ein Trostpflästerchen war, damit es ihr in Bayern gefällt, bleibt nur eine Vermutung.

Ein Blick in den Hofgarten, einige kleine Geschichten dazu, dann an der Residenz entlang vor zum Opernplatz und dann weiter zum Platzl, wo Alfons Schuhbeck sein Imperium aufgebaut hat mit zwei Restaurants und verschiedenen Läden. Auch das Staatsopernballett hat hier seine Trainingsräume, wie man hören konnte.

Natürlich durfte als Abschluss der Altstadtführung das Hofbräuhaus nicht fehlen. Und wie so mancher verwundert feststellte, besteht das Hofbräuhaus nicht nur aus der bekannten Schwemme im Erdgeschoss. Das mehrstöckige Gebäude beherbergt im zweiten Stock den großen Festsaal, in dem größere Veranstaltungen, aber auch regelmäßige Darbietungen wie Schuhplattler und Goasslschnalzer stattfinden.

Im ersten Stock ist das Bräustüberl, in dem auch unser diesjähriges Treffen des Profitexter-Fachverbandes seinen gemütlichen Ausklang fand. Die Küche ist wirklich gut bei moderaten Preisen und freundlichem Personal.

Weißwurscht-Frühstück-im-Hofbräuhau

© 2015 B. Fischer-Stracke / Weißwurscht-Frühstück im Hofbräuhaus

So beschlossen wir diese Führung auf der Terrasse des Hofbräuhauses mit Blick in den darunter liegenden schönen Biergarten mit bayerischer Kost wie Kartoffelsuppe oder Weißwürscht und Brez’n.

Unseren Stadtführer Martin Schega kann man buchen unter  München erleben mit Martin. Den in München lebenden Besuchern – wir waren nur zu Zweit – bot er aber auch noch einen weiteren Event an. Er betreibt zusammen mit anderen eine eigene kleine Hobbybrauerei und hier kann man einen Tag buchen, mithelfen und arbeiten. Bier selbst brauen und dabei gut essen. Wenn dann das Bier soweit ist, wird man benachrichtigt, kann das Bier verkosten oder sich sein Fässchen mit nach Hause nehmen.

Fazit: Diese knapp 2-stündige München-Führung war sehr kurzweilig und bot einige „Aha“-Effekte. Vieles ist einem nicht so bewusst, man weiß es nicht oder man hat es vergessen. Deshalb kann ich nur empfehlen, auch und gerade in dem Ort, in dem man wohnt und arbeitet, öfter solche Touren zu machen. Städtereisen kann man auch am Wohnort machen ;).

Blogverzeichnis