für die schönste Jahreszeit in ihrem Leben…
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Veranstaltungstipp: Seefestspiele Berlin

Die Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach inszeniert dieser Tage am Berliner Wannsee die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Ursprünglich sollte die Aufführung in Potsdam stattfinden, doch aus Gründen des Naturschutzes entschied man sich, die Bühnenbauten am Wannsee zu errichten. Die 18 Meter hohe, 20 Tonnen schwere, Feuer spuckende Pyramidenkonstruktion, die eigentlich sogar mitten im Wannsee schwimmen sollte, steht nun am Ufer im Strandbad. Vor einer wunderbaren Naturkulisse kann man noch bis zum 28. August der launigen Geschichte Taminos und Paminas lauschen.

Der Einklang von Kultur und Natur

Die Lage der Seebühne direkt am Ostufer des großen Wannsees lädt die Besucher der Seefestspiele zu einem großartigen Freiluft-Opernereignis ein. Von Bäumen gesäumt und vor dem, in der Abendsonne glitzernden, Wannsee gelegen, bietet diese Location ein einzigartiges Ambiente. Das Strandbad ist übrigens eines der größten Freibäder der Welt und verbirgt geschickt seine urbane Lage.

Wir empfehlen, den Besuch der Oper mit einem Wochenendtrip nach Berlin zu verbinden. Günstige Hotels in Berlin zu finden, ist nicht besonders schwer und warum sollte man nach der Aufführung gleich wieder nach Hause fahren, wenn man auch in einer der interessantesten Städte Europas aufwachen könnte. Günstige Hotels in Berlin kosten, im Verbund mit der Opernkarte, pro Nacht im Doppelzimmer ungefähr 100 Euro.

Über die Zauberflöte

Seit nunmehr 220 Jahren ist die Zauberflöte eine der bedeutendsten und meist aufgeführten Opern der Welt. Ihre Motive und Melodien sind auch jenen vertraut, die in ihrem Leben noch nie einen Fuß über die Schwelle eines Opernhauses gesetzt haben. Auf den ersten Blick ist sie leicht zugänglich und führt mit ihren bunten Kostümen und springenden Melodien auch Kinder an klassische Musik heran. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber auch die Komplexität und Genialität, die sich hinter der Einfachheit und Schönheit verbirgt. Auch zwischen den Zeilen gibt es viel zu lesen, mischen sich doch angeblich geheime Rituale der Freimaurer mit einigen Elementen des Märchens. Auch philosophische Ansätze der europäischen Aufklärer lassen sich in dem Werk wiederfinden und vermitteln den Zuschauer, ohne dass sie es merken, diffiziles und anti-dualistisches Gedankengut. Die Bösen haben gute Seiten und die Guten natürlich auch schlechte. Durch das exzessiv eingesetzte Kontrastprinzip verdeutlicht Mozarts Singspiel außerdem sehr gut den Zeitgeist der sogenannten Wiener Klassik.

Wer sich zunächst erst einmal ganz vorsichtig an die deutsche Klassik herantasten möchte und vielleicht auch Angst hat, von zu schwerer Kost erdrückt oder gelangweilt zu werden, der kann ohne große Bedenken mit der Zauberflöte anfangen. Die Geschichte ist einfach zu verstehen, auch wenn man vielleicht nicht jedes Wort der gesungenen Texte versteht. Die Geschichte regt zwar einerseits zum Nachdenken an, dient aber vornehmlich der Zerstreuung und der Erheiterung.

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