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Befinden sich Giftstoffe in der Kabinenluft von Flugzeugen?

Müssen Flugbegleiter und Piloten beim Fliegen um ihre Gesundheit fürchten? Seit Jahren berichten ihre Organisationen von Störfällen durch Giftstoffe in Flugkabinen, die zum Teil schwere gesundheitliche Schäden verursachen können.

Fluggesellschaften und Hersteller haben das Gesundheitsrisiko für Besatzung und Fluggäste bislang immer heruntergespielt. Doch nun fordert die Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ (VC) die Airlines auf, Klarheit über die gesundheitlichen Folgen der Giftstoffe zu schaffen.

Es sei „eine unabhängige Untersuchung“ nötig, in welcher Form die unter Umständen enthaltenen Substanzen die Gesundheit von Passagieren und Flugzeugbesatzungen gefährdeten, sagte ein Cockpit-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe „hinreichend Indizien“ für eine schädigende Wirkung. Seitens der Fluggesellschaften gebe es derzeit aber keine Signale in Richtung Aufklärung. „Bisher wird nur blockiert“, sagte der Sprecher.

Hintergrund der Forderung sind nach Angaben von VC Erkrankungen bei weltweit mehreren hundert Flugbegleitern, die in der Vergangenheit auftraten. Womöglich stehen diese in Zusammenhang mit giftigen Substanzen, die in den Kabinen von Flugzeugen enthalten sein können. In Verkehrsflugzeugen kommt die Luft in den Flugkabinen und Cockpits aus den Kompressoren der Triebwerke. Diese Frischluft kann nach Angaben von VC mit Giftstoffen aus Triebwerksölen verunreinigt sein, oder durch Substanzen, die bei deren Verbrennung entstehen.

Die Giftstoffe könnten unter Umständen Schädigungen der Nerven hervorrufen und die Körpermuskulatur in Mitleidenschaft ziehen, sagte der Cockpit-Sprecher. In Australien hätten deswegen einige Flugbegleiter bereits sechsstellige Entschädigungssummen erstritten. Auch in den USA gehe das Airline-Personal gegen die Problematik vor. An deutschen Gerichten laufen laut VC aus diesem Grund ebenfalls die ersten Verfahren.

Für wen sich die Substanzen schädlich auswirkten, sei noch unklar. „Es gibt Hinweise, dass es auch für den einmaligen Flieger zum Problem werden kann“, sagte der VC-Sprecher. Andererseits gebe es auch Besatzungsmitglieder, bei denen nach 20 oder 30 Dienstjahren kein gesundheitlicher Schaden durch die Luftverunreinigungen aufgetreten sei.

Die Flugbranche versucht derweil offenbar, das Thema während der Hauptreisezeit in der Öffentlichkeit klein zu halten. Der Radiosender „NDR Info“ zitierte aus einem internen Papier des Bundesverbandes deutscher Fluggesellschaften (BDF), in dem der Verband Sorge über ein „potenzielles Aufflammen der öffentlichen Diskussion“ zu dem Thema äußert. Der BDF warnte demnach auch vor einer „neuen Dimension“ in der öffentlichen Wahrnehmung der Problematik, „wenn sich das Thema durch die Medien vom bisherigen Betroffenenkreis Besatzungsmitglieder zum Betroffenenkreise Passagiere verlagern würde“.
(Quelle: http://magazine.web.de/de/themen/gesundheit)

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