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Knöllchen im Ausland kann teuer werden.

Die Zeiten sind vorbei, in denen man im Ausland erhaltene „Knöllchen“ zuhause einfach weggeworfen und vergessen hat. Tuns Sie’s nicht!! Denn Sie könnten eine teure und herbe Überraschung erleben. Ab 1. Oktober 2010 tritt auch in Deutschland der „EU-Rahmenbeschluss zu grenzüberschreitenden Vollstreckung von Geldstrafen und -bußen“ von 2005 in Kraft. Das heißt soviel wie: Bis jetzt wurden die Bußgelder für Verkehrsverstöße im Ausland an Ort und Stelle eingetrieben, mit dem neuen Gesetz können sie auch in Deutschland eingefordert werden.

Lt. ADAC könnte das Gesetz auch „schon bei Verstößen greifen, die Monate oder sogar Jahre zurückliegen. Denn entscheidend ist nicht der Tag, an dem ein Autofahrer wegen zu hoher Geschwindigkeit oder dem Ignorieren einer roten Ampel geblitzt wird, sondern das Datum, an dem die ausländische Behörde den Bußgeldbescheid ausstellt. Und das kann dauern…“.

Ein kleines Trostpflästerchen gibt es trotzdem, wenn Sie im EU-Ausland einen heftigeren Verkehrsdelikt begehen: es gibt wenigstens keine Punkte in Flensburg. Allerdings sollten Sie nicht zulange mit dem Bezahlen des Knöllchens warten, denn dann geht es richtig an den Geldbeutel. In Frankreich erhöht sich die Strafe für 20 zu schnell gefahrene km/h nach sieben Tagen von 90 auf 135 Euro, nach 45 Tagen auf 375 Euro und, sollte die Sache vor Gericht enden, sogar auf 750 Euro. In Italien verdoppelt sich der Betrag nach 60 Tagen.

Einige Chancen, wie Sie der Vollstreckung evtl. noch entgehen können, gibt es aber dennoch.

So muss der Autofahrer verstehen, was ihm vorgeworfen wird, d. h., „der Bußgeldbescheid muss in der Heimatsprache des Betroffenen abgefasst sein“, sagt der ADAC-Jurist Michael Nissen. Als Beispiel wird hier Ungarn genannt, das sich weigert, diese Bescheide übersetzen zu lassen.

Das Bundesamt für Justiz muss die Vollstreckung auch dann verweigern, wenn eine sogenannte Halterhaftung ausschlaggebend ist. In einigen Ländern wie in Italien, Frankreich und den Niederlanden werden generell die Fahrzeughalter zur Kasse gebeten, auch wenn sie nicht selbst am Steuer gesessen haben. In Deutschland wird nur der Fahrer bestraft. Voraussetzung für eine Vollstreckungsverweigerung ist allerdings, dass der deutsche Fahrzeughalter vorher fristgerecht im jeweiligen Ausland Einspruch eingelegt hat.

Aber Achtung: Im Ausland werden die Verkehrssünden gespeichert und verjähren z. B. in Italien erst nach 5 (fünf) Jahren. Wenn Sie dann in einem solchen Land trotz vorheriger Nichtvollstreckung wieder in eine Polizeikontrolle kommen, wird’s richtig bitter für die Urlaubskasse.

Aber auch in Nicht-EU-Staaten ist man gut beraten, das Protokoll zu begleichen, denn in jedem Fall drohen empfindliche Strafen, in der Schweiz kann es in Extremfällen sogar zu Haftstrafen kommen.

Wie in Deutschland so wird auch im Ausland ein alkoholisierter Fahrer streng bestraft. In Italien wird Ihr fahrbarer Untersatz bei mehr als 1,5 Promille enteignet und versteigert.

Sehr grimmig können die Finnen werden. Sie richten sich mit ihren Geldbußen nach der Höhe des Einkommens des Verkehrssünders. „So musste der Inhaber einer großen Firma 170.000 Euro zahlen, nachdem er mit 80 km/h in einer Tempo-40-Zone angehalten worden war.“ (Quelle: Christof Henn/ADAC)

Eine Tabelle mit allen EU-Mitgliedsstaaten und weiteren Ländern finden Sie als Download unter www.adac.de/auslandsbussgelder.

Vielleicht sollte man dann doch besser auf Bahn umsteigen -:)


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