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Warum nicht mal Güstrow?

Die Stadt hat manches, was andere Städte nicht haben.

Südwest-Ansicht des Güstrower Schlosses

Südwest-Ansicht des Güstrower Schlosses

Güstrow? Das klingt nach Mecklenburg, oder? Es ist auch Mecklenburg, das Land, wo nach Bismarck die Welt „50 Jahre später untergeht“. Irgendwo im Nordosten, für Westler verdächtig nahe an Rußland oder Polen, zivilisationsmäßig kaum erschlossen. Solche und ähnliche Vorstellungen spuken, begünstigt durch die lange Teilung Deutschlands, immer noch in vielen Köpfen. Hier ist schleunige Entrümpelung angebracht, Güstrow ist dafür das ideale Objekt.

Die geographische Position:

Güstrow liegt an der Nordachse Berlin-Rostock. Man erreicht Güstrow natürlich mit der Bundesbahn oder per Auto über die E55 Berlin-Rostock. Wer’s langsamer und intensiver liebt, benutzt den Radwanderweg Berlin-Kopenhagen und macht in Güstrow Station. Jedenfalls sollte er genügend Zeit für die Dom-, Schloss-, Theater-, Barlach- und Seenstadt mitbringen, es lohnt sich.

Die Geschichte:

Güstrow wurde 1226 von Fürst Heinrich Borwin II. gegründet und mit Stadtrechten versehen; es ist damit fast so alt wie München (1210). Später (16. und 17. Jahrhundert) war es Residenz der Herzöge von Mecklenburg-Vorpommern, von 1628-29 auch des Feldherrn Wallenstein. Im sogenannten „Nordischen Krieg“ diente die Stadt 1712 als Versammlungsort der beteiligten Parteien, vertreten durch August den Starken, Zar Peter I. und den schwedischen General Steenbock. 1813 war Güstrow Sammelpunkt der Kriegsfreiwilligen gegen Napoleon; 1887 wurde es Garnisonstadt und entwickelte sich – auch für die zahlreichen Schloss- und Gutsherren der überwiegend ländlichen Umgebung – zu einer beliebten Kongress-, Ausstellungs- und Amüsierstadt, was ihr den Namen „Klein Paris“ eintrug. – Von 1910 bis zu seinem Tod 1938 lebte und wirkte der Bildhauer und Dichter Ernst Barlach in Güstrow.

Sehenswürdigkeiten:

Diese bewegte Vergangenheit hat natürlich ihre Spuren in Gestalt zahlreicher Sehenswürdigkeiten hinterlassen, die ich Ihnen in einem virtuellen Stadtrundgang kurz vorstellen möchte – der reale Rundgang entlang dem „Blauen Faden“ dauert ca. 90 Minuten, beginnt an der Güstrow-Information, Domstraße 9, und kann auch als „Romantische“ oder „Nachtwächter“-Führung zu sehr zivilen Preisen gebucht werden. –

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Der Backstein-Dom von Güstrow

Vom Selbstbewusstsein der Bürger gegenüber feudaler Herrschaft zeugt der bereits 1308 begonnene Bau einer eigenen Pfarrkirche. Auch hier eine äußerst sehenswerte Ausstattung (16. Jh.) mit dem sogenannten „Brüsseler Altar“ von Jan Bormann. Turmbesteigung und herrlicher Rundblick möglich.

Die Wirkung beider Kirchen auf den sich der Stadt Nähernden hat Barlach 1915 in seinem „Güstrower Tagebuch“ expressionistisch beschrieben: „… das Gestürm von zwei Türmen aus der vernebelten Stadt, aus der verblichenen Nebelstadt, aus einem aufgetauchten, ertrunkenen Vineta, dessen Glocken plötzlich übers Wasser in ungeheures Schallen ausbrachen, …“.

Und das Rathaus von 1798 mit seiner vollkommenen klassizistischen, in blendendem Weiß strahlenden Fassade.

Das Rathaus von Güstrow mit klassizistischer Fassade

Das Rathaus von Güstrow mit klassizistischer Fassade

Und das Ernst-Barlach-Theater von 1828, ältestes Bürgertheater in Mecklenburg, an dem Hans Albers seine Karriere begann: „Die Tätigkeit in Güstrow war mit Abstechern in Ortschaften der umgebung verbunden. An solchen Bühnen war man abwechselnd Liebhaber, jugendlicher Held, Heldenvater oder Operettenbuffo.“ (Eine Erfahrung, die auch später noch Gültigkeit hatte, ich war dort 1959-61 als Chordirektor und Kapellmeister).


Natürlich ist ein Besuch der Wirkungs- und Gedenkstätten Ernst Barlachs unverzichtbar: die Gertrudenkapelle (ehemalige Pilgerkirche von 1430) sowie sein Atelierhaus (Heidberge am Inselsee).

Nicht nur Historisches hat Güstrow zu bieten. Neben seiner grünen seen- und flussreichen Umgebung – ein Paradies für Wassersportfreunde aller Art – gibt es z. B. den NUP = Natur- und Umweltpark mit Bären, Wölfen, Hirschen, Eulen, Adlern und sonstigem Getier. Oder das Badeparadies OASE für „Sport, Fitness, Wellness, Spiel- und Wohlfühlspaß“ bei jedem Wetter. Oder den Campingplatz am Dobbertiner See.

Und natürlich Hotels und Pensionen (mind. 10), zusätzlich Restaurants und Cafés (mind. 9).

Wenn wir Ihnen Lust auf Güstrow gemacht haben: hier können Sie sich genau informieren www.guestrow-tourismus.de

(Quelle der Bilder für diesen Artikel: www.guestro-tourismus.de.)

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