für die schönste Jahreszeit in ihrem Leben…
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Auf den Spuren von Siggi Baumeister

Aufmerksam geworden durch den Eifelkrimi „Eifel-Sturm“ von Jacques Berndorf wollte ich unbedingt einmal das Städtchen Monschau sehen. Die nächtliche Verfolgungsjagd durch die Straßen von Monschau, die Schiessereien in der Rur, überhaupt hat mich die Beschreibung des romantischen Ortes richtig neugierig gemacht.

Höhenvergleich Maare

Höhenvergleich Maare

So schlug mir mein Mann vor, ein Wochenende dort zu verbringen, verbunden mit einem Besuch der 3 Eifelmaare Schalkenmehrener Maar, Gemündener Maar und Totenmaar, jetzt Weinfelder Maar genannt.

Am Samstag, den 10. Juni 2006, fuhren wir bei strahlendem Wetter von Bell am Maria Laacher See auf die Autobahn Richtung Trier, weiter dann bei Schalkenmehren in Richtung Daun und parkten unser Auto am Weinfelder Maar. Da wir ohne Wanderkarte los marschierten, mussten uns die Wegweiser genügen. Das stellte sich dann doch ab und zu als mangelhaft heraus. Trotzdem fanden wir vom Weinfelder Maar den richtigen Weg zum Gemündener Maar. Das Schalkenmehrener Maar hatten wir bereits früher mehrfach umrundet und ließen es diesmal links liegen. Dazwischen genossen wir die wunderbare Aussicht vom Dronketurm – benannt nach dem Gründungsvater und 1. Vorsitzenden des Eifelvereins Dr. Adolf Dronke – über die wunderbare Eifler Landschaft mit ihren blühenden , eindrucksvollen Ginsterbüschen, dem Eifelgold. Wer mehr über den Unterschied zwischen Maar und Kratersee wissen möchte, kann sich auf dieser Seite informieren: Eifel-Service

Weinfelder Maar

Weinfelder Maar

Nach einer knapp 2-std. Wanderung (unterbrochen durch dezentes Maulen meines Mannes, er wartete immer auf ein „Gotteszeichen“, nicht mehr weiterlaufen zu müssen) lud uns das Gemündener Maar ein, mit Hilfe eines Tretbootes unsere heiß gelaufenen Füßsohlen wieder abzukühlen. Ein „Steckerleis“ rundete dieses Intermezzo perfekt ab. Aber noch war die Partie nicht zu Ende und wir mussten nun unseren Pfadfindersinn einsetzen, um zurück zum Weinfelder Maar zu gelangen.

Dronke-Turm

Dronke-Turm

Dabei half uns die Friedhofskapelle, die ehemalige Pfarrkirche von Weinfeld. An der Dauner Skilift-Station vorbei leuchtete sie strahlend weiß und zeigte uns, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Einmalig: das geschichtsträchtige Gotteshaus fordert den Besucher auf, beim Verlassen die Glocken zu läuten, deren Seile im Eingang herunterhängen. Es heißt, jeder, der die Glocken läutet, wird wieder an diesen Ort zurückkehren.

Das Autofahren war nach der Wanderung für beide wohltuend.

Weinfelder Kirche

Weinfelder Kirche

Durch eine wunderschöne Landschaft mit Zwischenstopp in Hillesheim (mit einer fantastischen italienischen Eisdiele), wo es inzwischen auch einen Eifelkrimi-Wanderweg gibt, kamen wir gegen 19.00 Uhr in Monschau an und ergatterten noch ein letztes bescheidenes Hotelzimmer (Euro 44,00!! incl. Frühstück) unterm Dach des Hotels Alt Montjoie mit hübschen Ausblick auf die Rur und die gegenüberliegende Bergflanke, die ja im „Eifel-Sturm“ eine Rolle spielte.

Markierung des Wanderwegs-Eifelkrimi

Markierung des Wanderwegs-Eifelkrimi

Nach einem vorzüglichen Abendessen (ich nahm als Vorspeise Ardenner Schinken mit Melone, dann Eifler Schweinesteak mit Monschauer Senfsauce und Zwiebeln)und einem belgischen dunklen Leffe-Bier machten wir uns auf einen ersten Erkundungsgang durch die Monschauer Gassen. Dieser erste Eindruck machte Appetit auf mehr und wir freuten uns sehr auf den nächten Tag. Die Nacht war etwas unruhig, da – wir ließen wegen der Hitze das Fenster geöffnet – das Flüßchen sich recht lautstark bemerkbar machte.

Das Frühstücksbuffet im sehr freundlich und familiär geführten Hotel war nicht überwältigend, aber reichlich; danach machten wir uns auf den Weg, um Monschau zu entdecken.

Vorher mußten wir aber unser Auto vom innerörtlichen Parkplatz zu einem der offiziellen großen Parkplätze am Rande der Stadt bringen. Dazu hatten wir bei der Stadtinformation einen Parkschein gekauft. Wir kamen zufällig an das Parkhaus Seidenstraße – das war für uns ideal.

Blick auf die Burg

Blick auf die Burg

Als erstes gingen wir über viele Treppen – mit Zwischenbesuch der alten Pfarrkirche – hinauf zur Burg, wo heute eine Jugendherberge eingegliedert ist. Im Sommer finden hier auch zahlreiche Freilicht-Aufführungen statt.

Unser Abstieg in die Altstadt führte vorbei am alten Rathaus, am alten Gerichtshof, an verträumten Häusern am Laufenbach bis zur Laufenstraße.

Altes Gericht und Rathaus

Altes Gericht und Rathaus

Das wunderschöne Sommerwetter gab uns Urlaubsgefühl pur. Wir schlenderten am Roten Haus vorbei, das aber erst um 14.00 Uhr sein Tor aufmachte, wir hatten noch 2 Stunden bis dahin.

Diese kleine Stadt bietet überhaupt eine Menge an Sehenswürdigkeiten, an Kunsthandwerk, wie z.B. ein neu eröffnetes Geschäft für Keramik und zauberhaften Fliesen Terra Kötter und ist reich an lukullischen Attraktionen. Am Zusammenfluss von Laufenbach und Rur ließen wir uns auf der Terrasse des Restaurants Tomasa nieder und bestellten Campari Soda, Salat und Toast und genossen einfach das wundervolle Ambiente, die Menschen, die vorrübergingen, den Blick zur Stadt und beobachteten einen Fischer, der die Rur stromaufwärts ging und auf Beutefang war. Dem Restaurant angeschlossen ist das sehr einladende Hotel Horchem mit Zimmern in der Preisklasse zwischen Euro 80,00 – 120,00. Die evangelische Kirche vis-a-vis war derzeit turmlos, der barocke Dachhelm war letzten Winter in einer spektakulären Aktion in 2 Teilen abgehoben worden. Diese warten nun vor der Kirche auf ihre Restauration.

Eigentlich wollten wir nach der vortägigen Wanderung keine großen Laufaktionen mehr starten, aber nachdem wir uns bei Tomasa gestärkt hatten, überquerten wir wieder die Rur, gingen am Roten Haus vorbei (gebaut vom Begründer der Monschauer Feinen Gewandtschaft, einer Textilmanufaktur), dann in die Stehling-Straße bis zum Kolpinghaus, eine ehemalige Weberei.

Ein "venezianischer" Blick

Ein "venezianischer" Blick

Gegenüber erlebten wir den „venezianischen Blick“ – Romantik pur. Weiter ging es bis zur nächsten Brücke, wo das ehemalige Minoritenkloster von 1724 mit der Aukirche zu sehen ist. Nun gelangten wir zum

Der Marktplatz von Monschau

Der Marktplatz von Monschau

Marktplatz, wo wir in einer Konditorei die berühmten „Vennbrocken“ kosteten. Ich kann nur sagen: köstlich!! Das Weihnachtshaus daneben musste natürlich besichtigt werden: 3 Stockwerke nur Weihnachtsschmuck. Einige Gäßchen wurden noch erkundet, bis wir dann linksseitig der Rur dem Wegweiser zum Kurpark folgten.

Der führte, wie könnte es anders sein, etliche Treppen hinauf und schon befanden wir uns gegenüber der Burg und hatten einen wundervollen Blick über die schiefergedeckten Dächer von Monschau – dem Tor zum
Eifler Nationalpark.

Brunnen am Markt

Brunnen am Markt

Bei der Friedhofskapelle genossen wir auf einer Bank nochmals die wundervolle Aussicht und folgten dann dem Wegweiser zur Glashütte am Parkplatz Burgau. Hier erlebten wir wie mundgeblasene Vasen, Pferdchen und Pinguine aus Glas per Hand geformt werden. Die Hitze der bis zu 1200 Grad heißen Öfen erfüllte die ganze Halle und man konnte nur bewundernd zusehen, welche hervorragende Arbeit die „Glasmeister“ bei dieser Hitze leisten.

Römische Glashütte

Römische Glashütte

Nach einem abschließenden Rundgang durch den Handwerkermarkt gingen wir nun „ebenerdig“ richtung Zentrum zurück. Leider war die Historische Senfmühle am Ortsrand nicht zu besichtigen, aber der Shop „Senfonie“ war geöffnet und selbstverständlich mussten einige Gläschen Senf von dem wunderbaren Monschauer Senf mit nach Hause.

Da die Zeit nun doch knapp wurde, blieben einige Ziele wie das Rote Haus, die Kafferösterei, o.g. Senffabrik, Film-, Druckerei- und Biermuseum noch unentdeckt. Das macht einen weiteren Monschau-Besuch unumgänglich. Die Rückfahrt führte nochmal durch das mehrfach ausgezeichnete Dorf Höfen mit seinen bemerkenswerten, z.T. haushohen Hecken. Ein wunderschönes, rundum gelungenes Wochenende ging zur Neige mit dem Fazit: Man sollte

1. mehr Eifelkrimis lesen

2. öfter einen Kurzurlaub einlegen, das entspannt Körper, Seele und Geist.

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